Juli 2013: EU-Korea FTA seit zwei Jahren in Kraft

Juli 2, 2013 · Posted in Allgemein · Kommentare deaktiviert 

2. Jahrestag der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Südkorea

Das Freihandelsabkommen (FTA) zwischen der EU und der Republik Korea ist am 1. Juli 2011 provisorisch in Kraft getreten. Es ist das erste einer neuen Generation von Freihandelsabkommen der EU mit dem Ziel einer viel weiter reichenden Handelsliberalisierung als bisher. Das EU-Korea FTA führt zu wesentlichen Erleichterungen der wechselseitigen Geschäftsbeziehungen zwischen europäischen und koreanischen Unternehmen und ermöglicht erstmals effektive Rechtsdurchsetzung.

Der Praxisratgeber zum FTA

Oktober 27, 2011 · Posted in Allgemein · Kommentare deaktiviert 

Die Europäische Kommission hat eine Broschüre veröffentlicht, die europäischen Unternehmen auf praxisnahe Weise die wichtigsten Aspekte des FTA näherbringt und erklärt:

“Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Korea in der Praxis” (Download, 2243 Kb)

Der Inhalt des Freihandelsabkommens (FTA)

August 6, 2011 · Posted in Allgemein · Kommentare deaktiviert 

Mit dem Freihandelsabkommen werden für den Handel mit Waren und Dienstleistungen neue, umfassende Perspektiven eröffnet (einer Studie zufolge im Wert von bis zu 19 Milliarden EUR). Der im Freihandelsabkommen vereinbarte bessere Marktzugang wird die Position der EU-Lieferanten auf dem koreanischen Markt weiter festigen. Hier einige Schlüsselinformationen:

• Mit dem Abkommen werden für EU-Exporteure von Industrieprodukten und Agrarerzeugnissen innerhalb kurzer Zeit koreanische Einfuhrzölle im Wert von jährlich 1,6 Milliarden EUR wegfallen. Die EU wird Zölle in Höhe von rund 1,1 Milliarden EUR aufheben, davon werden die europäischen Verbraucher und Unternehmen profitieren.

• So werden die europäischen Maschinenexporteure jährlich 450 Millionen EUR an Zollzahlungen einsparen. Die Agrarexporteure in der EU werden jährlich 380 Millionen EUR einsparen, da die koreanischen Zölle auf ihre Erzeugnisse derzeit relativ hoch sind. Für Wein und Käse werden ab dem Tag Eins Zoll- bzw. Abgabenfreiheit gelten.

• Mit dem Abkommen werden außerdem sektorübergreifend nichttarifäre Hemmnisse beseitigt, auch in Wirtschaftszweigen, die für die EU von besonderem Interesse sind wie die Automobil- und Arzneimittelindustrie sowie die Unterhaltungselektronik. Im Rahmen des Freihandelsabkommens wird Korea viele europäische Normen als gleichwertig betrachten und europäische Bescheinigungen anerkennen. Damit erübrigen sich abschreckende Verwaltungsformalitäten, die bislang ein Handelshemmnis waren.

• Das Abkommen wird in vielen Dienstleistungssektoren, in denen die EU ihre starke Wettbewerbsfähigkeit bewiesen hat, neue Handelsperspektiven eröffnen. Zu diesen Sektoren zählen Telekommunikation, Umweltdienstleistungen, Versand sowie Finanz- und Rechtsdienstleistungen.

• Außerdem wird mit dem Abkommen Transparenz und Planungssicherheit in Regulierungsfragen gewährleistet, etwa beim Schutz des geistigen Eigentums (u. a. durch verschärfte Durchsetzungsmaßnahmen), beim verbesserten Zugang zum öffentlichen Beschaffungswesen sowie beim neuen Konzept im Bereich Handel und nachhaltige Entwicklung, nach dem die Zivilgesellschaft in die Überwachung von Verpflichtungen miteinbezogen wird.

• Für geografische Angaben der EU wie Champagne, Prosciutto di Parma, Fetakäse, Rioja, Tokajer oder Scotch Whisky wird das Abkommen ein hohes Schutzniveau garantieren.

• Es werden effiziente Streitbeilegungsregeln festgelegt, welche die Umsetzung von Verpflichtungen sicherstellen (Entscheidung des Schiedspanels binnen 160 Tagen, einer kürzeren Frist als bei der WTO).

• Durch ein Protokoll über die kulturelle Zusammenarbeit werden die Besonderheiten dieses Bereichs betont.

• Schutz wird im Rahmen des Freihandelsabkommens durch eine allgemeine Schutzklausel gewährt. Damit könnten im Fall eines plötzlichen Anstiegs der Importe für einen Zeitraum von bis zu vier Jahren sogenannte Meistbegünstigungszollsätze wiedereingeführt werden. Die Kommission wird die Marktentwicklung in sensiblen Sektoren aufmerksam verfolgen.

• Die Ursprungsregeln wurden vereinfacht und unternehmensfreundlicher gestaltet. Parallel dazu gelten für sensible Sektoren strenge Regeln . So wird im Abkommen beispielsweise bei Fahrzeugen der zulässige Anteil von Importteilen nur geringfügig von 40 % auf 45 % angehoben. Für Textilien, Agrar- und Fischereierzeugnisse werden die Standard-Ursprungsregeln der EU mit nur einigen wenigen Abweichungen beibehalten. Gemäß den WTO-Regeln behalten sich die EU und Korea das Recht auf die Rückerstattung von Zöllen („duty drawback“) vor, die auf die Einfuhren von Fahrzeugteilen entrichtet wurden. Für den Fall, dass die Einfuhren aus Ländern stark ansteigen, die mit Korea kein Freihandelsabkommen geschlossen haben und für die damit weiterhin die Meistbegünstigungszollsätze gelten, kann jedoch im Rahmen einer Sonderklausel die Rückerstattung auf eine Obergrenze von 5 % reduziert werden.

Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Korea

Korea wurde aufgrund seiner starken Wirtschaft (mit einem BIP pro Kopf von 13 000 EUR und konkurrenzfähigen Industrie- und Agrarimporten) zum viertwichtigsten außereuropäischen Handelspartner der EU (hinter den USA, Japan und China). Die Exporte der EU nach Korea verzeichneten für den Zeitraum 2004-2008 eine durchschnittliche Wachstumsrate von 7,5 % pro Jahr und erreichten 2008 25,6 Milliarden EUR. Der Wert der nach Korea exportierten Dienstleistungen betrug 2007 über 7 Milliarden EUR. Korea exportierte seinerseits im letzten Jahr Waren im Wert von 39,4 Milliarden EUR in die EU.

Zwischen 2005 und 2008 stieg der Absatz von EU-Fahrzeugen in Korea nach Stückzahl um insgesamt 78 % (um 39 % nach dem Verkaufswert), während der Export koreanischer Fahrzeuge in die EU im selben Zeitraum nach Stückzahl um 37 % zurückging. Die Exporte von EU-Maschinen stiegen zwischen 2005 und 2008 insgesamt um 33 % und erreichten 2008 4,8 Milliarden EUR. Bei Produkten wie Chemikalien, Arzneimitteln, Autoteilen, Industriemaschinen, Schuhen, medizinischen Geräten, Nichteisenmetallen, Eisen und Stahl, Leder und Pelzen, Holz, Keramik und Glas weist die EU einen soliden Handelsbilanzüberschuss aus. Korea ist auch für die Agrarerzeugnisse der EU-Bauern mit einem Jahresumsatz von über 1 Milliarde EUR einer der weltweit wichtigsten Exportmärkte.

(Quelle: Europäische Kommission)